ROMAN

Gesprochen:

"Als Wilberforce an jenem Tag, Mitte April, das Wort ergriff, war seine Stimme kaum zu unterscheiden vom silbrigen Fanfaren Klang damals, mit dem Wilberforce im Schlosshof von York seine Stimme über das Unwetter erhoben und die Aufmerksamkeit der versammelten viertausend Menschen gebannt hatte. Doch auch jetzt war sein Publikum nicht weniger aufmerksam. [...]

Alt, gebeugt, zerfurcht und schwach, wie er nun war, stand er dennoch auf und sprach noch einmal für die große Sache, der er sein Leben gewidmet hatte und deren Ahnherr er geworden war. Es war nur eine kurze Rede und kaum bemerkenswert, verglichen mit denjenigen, für die er so berühmt geworden war. Doch seine Worte schienen an Gottes Ohr zu dringen. Denn in den letzten Momenten, dieser letzten Rede passierte etwas Verblüffendes und Bemerkenswertes. "Ich bin gewiss", sagte der alte Mann, "dass wir uns nun dem Ende unserer Bahn nähern." [...] Genau in dem Augenblick, als er den Satz beendete, brach, als wäre es geplant, ein Sonnenstrahl in den Raum und tauchte ihn und den Redner in sein Licht, Es war ein verblüffender Widerhall jenes erstaunlichen Moments vor einundvierzig Jahren, als am Ende von Pitts großartigem Plädoyer für die Abschaffung des Sklavenhandels das goldene Licht der Dämmerung die Kammer des Unterhauses erfüllt hatte. [...] "Das Ziel steht leuchtend vor uns", sagte der alte Mann. "Das Licht des Himmels scheint darauf und ist ein Vorzeichen des Erfolgs."

 

Eric Metaxas, Wilberforce - Der Mann,, der die Sklaverei abschaffte [S.369 f]


William Wilberforce. Ein Mann mit Wert und Wort. Gelebt von 1759 bis 1833. Ein britischer Parlamentarier, der seinen ganzen Einsatz der Abschaffung des Sklavenhandels widmete. Ein Mann, der mit unzähligen gesprochenen und geschriebenen Worten gekämpft hat, um den Wert der Freiheit. Um das Recht auf Freiheit. Nach über 18 Jahren Einsatz, hatte er Erfolg. Am 24. Februar 1807 wurde das Gesetz gegen Sklavenhandel amtlich. Ein überwältigender Erfolg, der sich weltweit in den Gesetzesbüchern etablierte. 

Ich bewundere den anhaltenden Einsatz von Wilberforce, seinen Glauben an die Kraft der Worte,. Seine Beharrlichkeit in sich wiederholenden Debatten, Petitionen und schriftlichen Anträgen. Warum? Weil er die Not der Menschen gesehen und gespürt hat. Das Wort war sein Schwert gegen die Ungerechtigkeit.