Kindermund tut Himmel kund

 Da sitze ich im Gartenstuhl und fühle mich so abwesend. Viel zu viele Gedanken fahren Karussell in meinem Kopf. Ich kann keinen zu Ende denken und fühle mich auch nicht mehr handlungsfähig. Um mich herum tobt das bunte Leben. Die Sonne scheint. Die Kinder spielen Babylöwe und streiten sich um das Wegrecht, als sich Roller und Laufrad in die Quere kommen.

 

Ich hingegen fühle mich als wäre ich eingesperrt in einem engen unsichtbaren Raum. Das kann so nicht bleiben. Hoffnungsvoll greife ich nach Blatt und Stift. Ich entzerre das Gedankenkarussell in seine Einzelteile. Eine lange, viel zu lange Liste ist das Ergebnis. Erleichtert und überfordert starre ich auf das Papier, als meine kleine Tochter angelaufen kommt. "Mama was machst du?" "Schau mal" sage ich und deute auf die Liste. "Das ist alles in meinem Kopf." Ein kleines Stirnrunzeln huscht über ihr schönes Gesicht. "Was soll ich denn jetzt machen?" fragend schaue ich sie an. Mit ihren blauen Augen entgegnet sie ruhig meinen Blick und sagt:

"Mama, vergiss das alles.

Und denk einfach daran, dass du deine Kinder lieb hast." 

 

Wie vom Donner gerührt, klebe ich noch im Gartenstuhl.

Ich fühle mich überführt. Ich fühle mich befreit.

Der Wink mit dem Zaunpfahl muss direkt vom Himmel gekommen sein. Ich lege mein vollgekritzeltes Papier erleichtert zur Seite und verwandle mich in eine brüllende Löwenmama.

 

Jemand sagte mal: Pause machen ist so zu tun, als wäre alles erledigt. Gut oder?

 

In der Bibel sagt auch einer:

"Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet. 

Ich gebe euch Ruhe und Erfrischung."

Jesus in Matthäus 11,28.

 

Ey das ist ja noch besser als Pause machen.